ISO 50001

 

Die ISO 50001 ist eine weltweit gültige Norm die Organisationen und Unternehmen beim Aufbau eines systematischen Energiemanagements unterstützen soll. Sie kann auch zum Nachweis eines mit der Norm übereinstimmenden Energiemanagementsystems durch eine Zertifizierung dienen.

Die Einführung eines Energiemanagementsystems ist grundsätzlich freiwillig; es gibt keine gesetzliche Zertifizierungspflicht. Allerdings ist eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 (oder ein registriertes Umweltmanagementsystem nach EMAS-Verordnung) in Deutschland Voraussetzung für die teilweise Befreiung besonders energieintensiver Unternehmen von der EEG-Umlage und zukünftig auch für die Entlastung von Unternehmen der produzierenden Gewerbe von der Strom- und Energiesteuer.

Ein systematisches Energiemanagement beruht auf einer Erfassung der Energieflüsse in einem Unternehmen (Energiequellen, Energieeinsatz, Energieverbraucher) und einer Bewertung des Standes der Energieeffizienz insbesondere der für den gesamten Energieverbrauch bedeutsamen Anlagen/Einrichtungen und Prozessen/Tätigkeiten. Diese Erfassung ist die Grundlage für die Umsetzung sowohl technischer Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz als auch von strategischen und organisatorischen Managementansätzen. Organisatorische und technische Maßnahmen sollen dazu führen, die energiebezogene Leistung systematisch und längerfristig zu verbessern. Grundsätzlich ist die Einführung eines Energiemanagementsystems für alle Organisationen unabhängig von der Größe und Branche sinnvoll, sofern diese mehr als nur geringe Mengen von Energie verbrauchen.

Das wesentliche Ziel der Norm ist es, Organisationen dabei zu unterstützen, ihre energiebezogene Leistung (z. B. ihre Energieeffizienz) durch den Aufbau von dazu notwendigen Systemen und Prozessen zu verbessern. Dadurch sollen ungenutzte Energieeffizienzpotenziale erschlossen, Energiekosten verringert und der Ausstoß von Treibhausgasen (beispielsweise von CO2-Emissionen) sowie andere Umweltauswirkungen von Energieverbräuchen reduziert werden, womit das Energiemanagementsystem auch einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leistet. Die Norm trägt außerdem dazu bei, dass Deutschland das Ziel, seinen Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 % und bis 2050 um 50 % gegenüber 2008 zu senken, erreichen kann.

Dazu werden die Organisationen angeleitet, eine Energiepolitik als strategische Vorgabe zu entwickeln, diese in operative Energieziele zu übersetzen und mit Aktionsplänen für die Zielerreichung zu sorgen. Auf Unternehmensebene ließe sich der Energiebedarf mit Hilfe eines konsequenten Energiemanagements um 20 % oder mehr reduzieren. Vorgaben für die Bestandsaufnahmen (energetische Bewertung) und die Einführung und Umsetzung sowie die regelmäßige Überprüfung sollen dabei helfen, die selbst gesteckten Ziele und Vorgaben auch zu erreichen. Die Einhaltung der Anforderung kann gegenüber Dritten (etwa der Öffentlichkeit oder im Fall von Steuerentlastungen den Zollämtern) durch eine Zertifizierung nachgewiesen werden. Unternehmen mit hohem Energieverbrauch können zudem ihre eigenen Stromkosten nach der Ausgleichsregelung § 41 EEG reduzieren.

Die Mitarbeiter und speziell die Führungsebene sollen durch das von der Norm vorgegebene Vorgehen für ein gradliniges und langfristiges Energiemanagement sensibilisiert werden. Auf diesem Weg sollen Einsparpotenziale ausgeschöpft und daraus Wettbewerbsvorteile sowie ein Imagegewinn für die Organisation geschaffen werden.